DIE GROSSE PYRAMIDE: GEHEIME KAMMERN

Die Große Pyramide

Aus vorsintflutlicher Zeit soll sie stammen und nicht ‚erst‘ 4500 Jahre alt sein, wie von der offiziellen Wissenschaft kolportiert. Es sollen geheime Kammern mit verstörenden Artefakten, seltsamen Maschinen und mysteriösen Aufzeichnungen zur gesamten Geschichte der Menschheit noch darin verborgen sein. Und selbst das Grab des offiziell genannten Bauherrn Cheops soll, angefüllt mit fantastischen Schätzen, sich bislang der Entdeckung entzogen haben. Wen wundert es da, dass Schatzsucher, Abenteurer und Forscher seit Jahrhunderten mit allen Mitteln versuchen, der Großen Pyramide ihre Geheimnisse zu entreißen. In früheren Zeiten musste man ihr noch mit Spitzhacke, Sprengstoff und Presslufthämmern zu Leibe rücken. Inzwischen hat sich das glücklicherweise geändert.

 

Das ScanPyramids-Projekt

Im Jahr 2015 haben sich japanische, französische und ägyptische Wissenschaftler unter der Federführung des ägyptischen Antikenministeriums zum ScanPyramids-Project zusammengeschlossen. Zum wiederholten Mal sollte geklärt werden, ob es im Inneren des Bauwerks noch unbekannte Hohlräume gibt. Zur Anwendung kam dabei die sog. Myonen-Tomografie. Der Aufwand hat sich gelohnt: Hinter dem sog. Originaleingang bei der Nordfassadeauf 20 Metern Höhe, entdeckten die Forscher einen etwa 1-3 Meter hohen, 2 Meter breiten und 10 Meter langen Hohlraum. Ein weiterer, etwa 8,5 Meter hoher und 30 Meter langer Hohlraum, wurde direkt über der Großen Galerie lokalisiert. Zur Zeit werden weitere Messungen durchgeführt und die Forscher spekulieren, ob es zwischen den beiden Hohlräumen eine Verbindung geben könnte.

 

Interessant, aber

Die Gizeh-Pyramiden werden schon seit 50 Jahren ‚durchleuchtet‘. Das aktuell als Sensation gefeierte ScanPyramids-Project entpuppt sich bei näherer Betrachtung als alter Wein in neuen Schläuchen.
Ich frage mich auch, ob das Gemeinschaftsprojekt der Japaner und Franzosen tatsächlich etwas Neues zum öffentlichen Wissen über die Große Pyramide beitragen wird, denn der ewige Chef-Ägyptologe Zahi Hawass äußerte sich bei einem Interview 2015 wie folgt zu ScanPyramids: »Alles Wissenschaftliche, was in den letzten 100 Jahren mit den Pyramiden gemacht wurde, war nichts als heiße Luft.«
Weshalb diese Lüge? Und warum erklärt Hawass im selben Interview: »Wir wissen, dass es noch Hohlräume geben muss, und ich glaube wirklich, dass die Grabkammer von Cheops noch im Innern verborgen ist!« Woher kann er das wissen? Die Antworten in diesem Bericht!

 

Moderne Untersuchungen

1968: Dr. Luis Alvarez, Physik-Nobelpreisträger der Universität Berkeley, Kalifornien, untersucht die Chephren-Pyramide zur Entdeckung verborgener Kammern. Zur Anwendung kommen Myonen-Detektoren, die mit Röntgenstrahlen bzw. kosmischer Strahlung beschossen werden.Die Ergebnisse der Messungen sind widersprüchlich, was nicht verwundert, steckt die Technologie zur Durchleuchtung von Steinen doch noch in den Kinderschuhen.
1974: Wissenschaftler des Stanford-Research-Instituts durchleuchten mit einem Team der Kairoer Ain-Shams-Universität die Große Pyramide. Zur Anwendung kommen dabei elektromagnetische Hochfrequenzwellen. Die Messungen verlaufen zwar positiv, doch Resultate werden keine veröffentlicht. Die Gründe dafür bleiben bis heute im Dunkeln.
1986: Die Architekten Gilles Dormion und Jean-Patrice Goidin führen mit Ingenieuren und Physikern des staatlichen französischen Stromversorgungs-Unternehmens Electricité de France, verschiedene Untersuchungen an und in der Großen Pyramide durch. Zur Anwendung kommen Schwerkraftmessungen (Gravimetrie) und Laufzeitmessungen mit Radarwellen (Echoskopie). Die Franzosen registrieren Anomalien, welche auf mehrere Hohlräume hinweisen, die etwa 15-20% der gesamten Pyramidenstruktur ausmachen. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen erkunden die beiden Franzosen auch den Originaleingang zur Pyramide und stellen dabei die Hypothese auf, hinter den massiven Verschlusssteinen könnte sich ein weiterer Zugang zur Pyramide befinden. Nach der Präsentation ihrer bisherigen Forschungsergebnisse, erhalten Dormion und Goidin von der ägyptischen Antikenverwaltung die Erlaubnis, im Korridor, der zur sog. Königin-Kammer führt, mehrere kleine Löcher zu bohren. Dabei stoßen die Franzosen hinter der Westwand des Korridors tatsächlich auf einen zirka 3 Meter tiefen Hohlraum, der zur Überraschung aller mit feinem Quarzsand gefüllt ist.
Zahi Hawass, damals Chefinspektor bei den Gizeh-Pyramiden, weilt zu dieser Zeit in den USA. Obschon die Franzosen die Ansichten der offiziellen Ägyptologie vertreten, wird ihnen nach Hawass‘ Rückkehr die Bewilligung für eine genauere Untersuchung verweigert.
1987: Professor Sakuji Yoshimura und ein japanisches Wissenschaftler-Team von der Waseda-Universität in Tokio, führen ebenfalls Messungen in der Großen Pyramide durch. Zur Anwendung kommen zwei unterschiedliche Radarsysteme: Eines zur Messung unterirdischer Reflexionen und eines zur Hohlraumsuche mittels Radartransmissionen. Auch die Japaner werden fündig. So entdecken sie u.a. einen 30 Meter langen Gang oder schmalen Hohlraum, der zu einem bislang unbekannten Labyrinth gehören könnte, sowie einen weiteren Hohlraum in der Nähe der Großen Galerie. Die aktuellen Messungen von ‚ScanPyramids‘ bestätigen also nur die 30 Jahre alten Resultate der Japaner.
Jetzt wird es kurios: Wie schon zuvor den Franzosen, verbieten die ägyptischen Behörden nun auch Sakuji Yoshimura und seinem Team jede weitere Untersuchung in der Pyramide. Doch das ist noch nicht alles: Kurz nach Abreise der Japaner wird die Große Pyramide einige Monate lang für Besucher geschlossen. Augenzeugen zufolge wird derweil intensiv in der Pyramide gearbeitet. Was wird gesucht? Was wird gefunden? Niemand weiß es.
1992: Professor Jean Kérisel untersucht den absteigenden Korridor der Großen Pyramide. Zur Anwendung kommt dabei ein Bodenradar. 30 Meter unter dem Pyramidenplateau, wo der Korridor in die unvollendete Felsenkammer mündet, orten die Messgeräte eine langgezogene Struktur. Kérisel vermutet, es könnte sich um einen weiteren, noch tiefer liegenden Gang handeln, der den Korridor zur Felsenkammer in einem Winkel von 45° kreuzt und in Richtung Sphinx weiter führt.
2000: Gilles Dormion kehrt nach Ägypten zurück. Mit seinem neuen Partner und Finanzier Jean-Yves Verd’hurt darf er weitere Radarmessungen in der Großen Pyramide durchführen. Die Messungen bestätigen erneut die Existenz verborgener Räume. Eine Kammer soll sich leicht nach Westen verschoben unterhalb der sog. Königinnen-Kammer befinden. Sie liegt im Schnittpunkt der Diagonalen und damit im Zentrum der Pyramide. Nach Auffassung der Franzosen könnte es sich dabei um das tatsächliche, bisher unentdeckte Grab von Pharao Cheops handeln. Aufgrund der eindeutigen Messergebnisse ersuchen Dormion und Verd’hurt um eine Bewilligung für eine Sondier-Bohrung.
Jetzt wird es schräg: Hawass verweigert die Untersuchung mit der Begründung: »Allein auf Grund von Hypothesen können wir doch keine Bohrungen in der Pyramide zulassen.« Ganze 16 Jahre später bedient er sich jedoch der Aussagen der Franzosen: »Wir wissen, dass es noch Hohlräume geben muss, und ich glaube wirklich, dass die Grabkammer von Cheops noch im Innern verborgen ist!«

 

Eigene Nachforschungen

1988 kam ich das erste Mal mit der Großen Pyramide in Berührung. Ich war jung und ungestüm, verbrachte eine ganze Nacht allein in dem Bauwerk und kletterte kurz vor der Morgendämmerung sogar auf die Spitze. Die Erlebnisse von damals haben mich nie mehr losgelassen, und so mache ich der Pyramide seit nunmehr 30 Jahren wie einer alten Bekannten immer wieder meine Aufwartung. Siehe: Wie alles begann
Nicht zuletzt durch den Hinweis eines alten Grabräubers wurde ich auf Ungereimtheiten in der Pyramide aufmerksam. Siehe: Das Relikt von Bir Hooker
Dazu gehört u.a. die unvollendete Felsenkammer, die noch immer viele Rätsel aufgibt und zu deren Verwendungszweck ich eine eigene Theorie entwickelt habe. Siehe: Die Gruft der Riesen
Natürlich ging ich auch der Frage nach, ob es in der Großen Pyramide ‚geheime‘ Kammern geben könnte und wie man hinein gelangt?

 

Hier stimmt etwas nicht

Zum besseren Verständnis: Touristen und Besucher betreten die Pyramide heute durch einen Stollen, der um 832 n. Chr. von dem Kalifen und Grabräuber al-Ma’mun aus dem Fels geschlagen worden sein soll, um die im aufsteigenden Korridor platzierten Blockiersteine aus Granit zu umgehen.
Vor einigen Jahren erhielt ich die Gelegenheit, den 6,5 Meter über dem Grabräuber-Stollen gelegenen sog. Originaleingang zu inspizieren. Vom Gizeh-Plateau aus sieht man davon nur die giebeldachförmigen Sandsteinblöcke sowie eine Art Zinne und davor einen rechteckigen Steinblock.
Als ich oben angekommen war, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: Der offiziellen Lehrmeinung nach befand ich mich nun also vor dem originalen Pyramiden-Eingang. Doch es dauerte nicht lange, da hatte ich das Gefühl: Hier stimmt etwas nicht!

 

Der Eingang

Das Giebeldach – eine tausende von Tonnen schwere Konstruktion –  überdachte früher wohl eine Art Eingangshalle, wie die beidseits vorhandenen Überreste vermuten lassen.
Unter dem Giebeldach blockieren drei gewaltige Steinquader den Zugang zu einem vierten Steinblock mit zinnenförmigen Aussparungen.
Unter der ganzen Megakonstruktion befindet sich der Ägyptologie zufolge der originale Eingang zur Pyramide. Hinter der zugesperrten Tür beginnt der absteigende Korridor zur unvollendeten Felsenkammer 30 Meter tief im Sockelgestein der Pyramide.

 

Offizielle Lehrmeinung

Superpharao Cheops lässt sein Grabmal errichten – ein gigantisches, weltweit einzigartiges Monument mit einer höchst beindruckenden Innenarchitektur. Um der Plünderung seiner letzten Ruhestätte entgegenzuwirken, lässt der König die Grabkammer nach seinem Tod zumauern, die hinführenden Korridore und Gänge mit Granitblöcken verschließen, den Eingang zur Pyramide mit weiteren Steinquadern blockieren und alles mit einer Schicht schwerer Fassadensteine verkleiden.

 

Widersprüche

Widerspruch 1: Wozu wird mühselig ein schnurgerader, 113 Meter langer und gerade mal 1,2 Quadratmeter kleiner Korridor aus dem Fels geschlagen, wenn dieser am Ende in einer halbfertigen Felsenkammer mündet? Grabräuber führt man damit jedenfalls nicht in die Irre, und falls doch, dann nur für kurze Zeit.
Widerspruch 2: Wozu wird an der Außenseite der Pyramide ein tausende von Tonnen schweres Giebeldach errichtet, was statisch keinerlei Sinn macht?
Widerspruch 3: Wozu werden mehrere tonnenschwere Steinquader über dem Korridor zur Felsenkammer aufgeschichtet?
Widerspruch 4: Wozu wird eine von weit her sichtbare Eingangshalle an der Nordseite der Pyramide errichtet, wenn die Position des Eingangs zum Schutz vor Plünderern möglichst geheim gehalten werden soll, und am Ende doch alles zugemauert wird?

 

Lösungsansätze

Ansatz 1: Pharao Cheops war ein Architektenschreck. Fortwährend hatte er Änderungswünsche. Bis zu seinem Tod wurde an der Pyramide gebaut und umgebaut – sie wurde nie fertig.
Ansatz 2: Die Pyramide ist deutlich älter als angenommen. Sie wurde von einer untergegangenen Hochkultur geschaffen und war nicht als Grabmal gedacht. Erst spätere Generationen von Königen wie Cheops, bauten sie zu einem Grabmal um. Diese These könnte auch die frühe Legendenbildung um mögliche Geheimkammern und verborgene Schätze erklären.

 

Geheimkammer entdeckt

Die Messungen verschiedenster Forschergruppen belegen: Es muss noch mindestens eine größere Kammer in der Pyramide geben. Doch wie gelangt man hinein, wenn nicht großzügig gebohrt werden darf?
Meine Studien über den sog. Originaleingang geben die Lösung vor: Der tatsächliche Originaleingang muss sich – gut versteckt hinter den drei äußeren Blockiersteinen – eine oder zwei Steinlagen über dem Eingang zur unvollendeten Felsenkammer befinden. Meine Hypothese korrespondiert sowohl mit den Ergebnissen und Annahmen von Dormion undGoidin (1986), als auch mit denMessungen von ScanPyramids. Meine These erklärt auch, weshalb die Forscher zwei separate Hohlräume gemessen haben: Der Korridor vom Eingang zur ‚Geheimkammer‘ wurde wie der aufsteigende Korridor zur Großen Galerie, streckenweise mit Blockersteinen verstopft.

 

Wie gelangt man hinein?

Mit einem Schwerlastkran könnte man die äußeren Blockiersteine entfernen, ohne die Pyramidenstruktur dabei zu beschädigen. Danach könnte der Kran auch die inneren Blockiersteine im Korridor einen nach dem anderen herausziehen.

 

Was befindet sich darin?

Jeder Ägyptologe auf dieser Welt wünscht sich, es möge doch das noch unversehrte Grab des Cheops in der Pyramide gefunden werden. Doch über diesem frommen Wunsch liegt ein dunkler Schatten. Was, wenn sich die alten Legenden bewahrheiten und Dinge zum Vorschein kommen, die unser aller Weltbild radikal auf den Kopf stellen?
Ich befürchte daher – und dafür spricht die bisherige Praxis der zuständigen Behörden –, dass das letzte Geheimnis der Großen Pyramide zwar schon bald gelüftet werden könnte, dies aber im Verborgenen geschieht. Eines ist sicher wie das Amen in der Kirche: Bei der Öffnung werden weder ausländische Forscher noch die Presse zugegen sein. Denn wie sagt ein altes arabisches Sprichwort: »Die Pyramiden fürchten nicht die Zeit, aber die Zeit die Pyramiden.«

 

Quellenverzeichnis

1) Dormion und Goidin veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse in den beiden Büchern ‚Khéops – Nouvelle Enquête‘ (1986) und ‚Nouveaux Mystères de la Grande Pyramide‘ (1987).
2) Professor Sakuji Yoshimurapubliziert einen wissenschaftlichen Abschlussbericht zu seinen Forschungen: Non-Destructive Pyramid Investigation – by Electromagnetic Wave Method, Waseda University, Tokio (1987).¨
3) Dormion und Verd’hurt veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse im Buch ‚La chambre de Chéops. Analyse architecturale‘ (2004).

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